Willow

Willow – Leuki-Kater mit sieben Katzenleben

Am 1. Weihnachtsfeiertag 2020 rannte dieses kleine Fellknäuel einem Fahrradfahrer hinterher, um endlich die erhoffte Hilfe zu finden. Willow hatte Glück – in der Fahrradtasche landete er als Fahrgast bei uns. Völlig abgemagert, dehydriert und unterkühlt zeigte er uns von Anfang an mit lautem Geschnurre seine Dankbarkeit. Doch die kleine Samtpfote verfolgte weiterhin das Unglück. Er wurde Leukose-positiv getestet, was ihn ein Leben lang begleiten wird. Dann bekam er Fieber und daraufhin eine schlimme Infektion. Seine Augen entzündeten sich und wir kämpften jeden Tag aufs Neue um ihn. Keine Therapie schlug an, kein Antibiotikum half. Immer wieder brauchte er Infusionen, so dass sich ein Verdacht in uns breit machte, den wir nicht mal wagten auszusprechen: FIP.

Wir machten ein Fip-Screening und aus dem Verdacht wurde traurige Wahrheit. Willow leidete an einer gemischten Form von FIP (Feline infektiöse Peritonitis). Doch was ist FIP? FIP ist eine „eigentlich“ nicht heilbare Bauchfellentzündung, bei der die Katze schlimme Schmerzen und Qualen erleidet, die letztendlich zum Tod führen. Es ist einer der gefürchtetsten Katzenkrankheiten. Der feline Corona-Virus (FCoV) kann mutieren und dadurch kann die Krankheit FIP ausbrechen.

Noch vor noch zwei Jahren gab es keine Heilung für diese Krankheit. Doch jetzt endlich gibt es Hoffnung. Heute kann man sagen: FIP ist heilbar. Hoffnung und Heilung für Willow. Wir starteten sofort mit der erfolgsversprechenden Therapie und unser Willow bekam 84 Tage lange einen Piekser. 84 Tage spritzen, damit dass dieser kleine Katzenkerl groß und stark wird und er noch genug Katzen-Unfug anstellen kann. Seit April nun ist die Therapie beendet und Willow ist FIPFREE. Er war mopsfidel und voller Energie. Unser Willowchen ist ein Quirlgeist. Spielen, mauzen, rumspringen, schmusen ohne Ende und natürlich fressen. Wenn er still liegt, stimmt was nicht. Und genau das passierte kurze Zeit nach Therapieende und sorgte für den nächsten Schock.

Urplötzlich verweigerte er sein Fressen und lag still rum. Uns war sofort klar, hier stimmt etwas nicht. Der arme Kerl hatte starke Untertemperatur und nahezu weiße Schleimhäute. Wir zögerten nicht lange und fuhren mit ihm in die Klinik. Ein Röntgen zeigte Wasseransammlungen im Brustkorb. Er musste sofort stationär aufgenommen werden, Prognose schlecht. Er bekam Entwässerung, Infusion, Antibiose und lag im Sauerstoffzelt. Es war nachts halb eins und wir waren völlig fertig. Die Ärztin machte uns wenig Hoffnung und meinte, sie würde anrufen, wenn es schlechter werden würde. 4Uhr morgens klingelte bei unserer Katzenfrau das Telefon. Willow’s Atemfrequenz stieg weiter und sein Zustand verschlechterte sich akut. Sie sollte eine Entscheidung treffen. Unabhängig von der Entscheidung war für unsere Katzenfrau klar, dass sie Willow niemals alleine gehen lassen würde und so fuhr sie in die Klinik.

Aber Willow wäre eben nicht Willow. Dieser Kater ist ein Kämpfer und setzt sich ordentlich ein für sein drittes Katzenleben. Noch während der Fahrt zu Klinik kam der zweite Anruf. Jedes Mal bangt man und spürt seinen eigenen Herzschlag. Die Ärztin teilte uns mit, dass er sich wieder beruhigt hätte und auch schon wieder das Köpfchen hebt. Unsere Katzenfrau fuhr dennoch hin. Sie durfte ihn auf der Station besuchen und es brach ihr fast das Herz, wie dieser liebe Schmusekater dort so in dem Sauerstoff-Kasten lag. Er gurrte bei der Begrüßung und wollte sich schon wieder viel zu sehr aufregen.

Nach der Visite erklärte uns eine Ärztin anhand des Röntgenbildes, dass Willow ein stark vergrößertes Herz hätte und wir dringend einen Herzultraschall machen müssten. Der Kardiologe bestätigte das Röntgenbild. Willow ist schwer herzkrank. Noch nicht mal ein Jahr alt und er trägt ein kaputtes Herz in seinem Körper. Beide Klappen so undicht, dass sich der linke Vorhof extrem vergrößert hat. Hätte man es vorher feststellen können? Leider nein, denn Willow hatte keine hörbaren Herzgeräusche. Noch am gleichen Abend bekam er in der Klinik seine Herzmedis und dann passierte unser drittes Willow-Wunder. Am nächsten Morgen war er wie ausgewechselt. Er fraß den Angestellten die Haare vom Kopf und sprang schon wieder so rum, als wäre nie etwas gewesen. Er durfte nach Hause. Natürlich bekommt er jetzt jeden Tag einen kleinen Medikamenten-Cocktail, aber der ermöglicht ihm eben ein weiteres Leben, so dass sein Herzi noch ein Weilchen in seiner Brust schlägt.

Wir suchen also die Nadel im Heuhaufen! Dosis, die keine Angst vor einer Herzkrankheit haben und Dosis, die entweder selbst eine Leuki-Miez zuhause haben oder viel Zeit für unseren Willow als Einzelprinz. Wir stehen als Katzen-Team natürlich auch über eine Vermittlung hinaus mit Rat und Tat zur Seite.

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männl., kastriert

10/2020