Willi

Willi – wundervoller Fivi sucht Dosis mit Geduld

Willi kam im August 2020 zu uns. Er tauchte bei lieben Menschen auf der Terrasse auf, völlig ausgehungert und abgemagert. Offensichtlich hatte der arme Kerl sehr lange Zeit auf der Straße gelebt. Großer Kopf und große Pfötchen – schon auf dem ersten Blick war klar, dass unser Willi mal ein wirklich stattlicher Kater gewesen ist. Nun saß da ein Häufchen Elend mit nicht mal 3 kg Körperwicht. Wir mussten unser Willilein erstmal päppeln und medizinisch versorgen. Eine hartnäckige Infektion machte dem sehr scheuen und misstrauischen Kater das Leben schwer. Bei so einem Verlauf ahnen wir meistens schon, dass sich noch etwas anderes dahintersteckt. Wir testen alle unsere Katzen auf Felv und Fiv. Unser Verdacht bestätigte sich: Unser Willi ist ein Fivi.

FIV – Felines Immundefizienz Virus, bekannt auch als “Katzenaids“ klingt im ersten Moment sicherlich abschreckend. Aber FIV ist kein Todesurteil. Irrtümlicherweise glauben viele Menschen, dass infizierte Tiere ihr Leben lang schwer krank sind oder sogar eingeschläfert werden müssen. Das ist nicht der Fall. Bei guter Haltung und Beachtung einiger Extrawürste leben die Miezen oft ein langes und glückliches Leben, ohne Krankheitsausbruch oder größere Symptomatiken.

Grundsätzlich verursacht die Erkrankung eine Immunschwäche, die Begleiterscheinungen wie vermehrten Milben-Befall, raue Pfötchen, Wunden oder auch entzündliches Geschehen mit sich bringen kann. Heilungsprozesse dauern bei unseren „Fivis“ deutlich länger und sie sind im Allgemeinen anfälliger für Infektionen. Allerdings sind diese Symptome gut behandelbar, auch wenn FIV selbst nicht heilbar ist und es keine Impfung gegen das Virus gibt.
Wenn man die Fellnasen mit naturbasierten Immunstärker und hochwertigem Futter mit hohem Fleischanteil unterstützt, kann man den Ausbruch der Krankheit weitestgehend hinauszögern oder sogar ganz verhindern. Das Futter sollte dafür vollständig deklariert sein und getreide- sowie zuckerfrei sein. Außerdem empfiehlt es sich, eine ruhige Umgebung und viele Rückzugsorte im Katzenreich zu schaffen, da die Symptome des Virus auch das „Nervenkostüm“ des Stubentigers belasten können.

FIV ist nicht auf den Menschen übertragbar, jedoch auf andere Katzen. Dafür muss allerdings der Speichel einer infizierten Katze in den Organismus der anderen Katze eindringen, zum Beispiel bei Bissverletzungen. In seltenen Fällen kommt es auch beim Geschlechtsakt zu einer Übertragung. Das Virus überträgt sich nicht über gemeinsame Wasser- oder Futternäpfe, Katzentoiletten oder gegenseitiges Putzen. Um maximale Sicherheit zu gewähren, ist es grundsätzlich aber ratsam, die „Fivis“ unter sich und sie nicht mehr in den Freigang zu lassen. Ebenso sollte ein FIV-Test sollte immer wiederholt werden und auf sichere Diagnostik wie den Western-Blot-Test zurückgegriffen werden.

Unser Willi ist bei uns im Verein aufgrund seiner Diagnose Einzelgänger. Aus diesem Grund suchen wir Dosis für ihn, die auch wirklich Zeit für ihn haben. Der scheue Willi weiß noch nicht so recht, was er von uns Zweibeinern halten soll. Wenn wir ihm sein Fresschen hinstellen, dann können wir uns zumindest schon ganz nah bei ihm aufhalten. Zu Leckerlis aus der Hand sagt der große Skeptiker auch nicht nein. Er ist ein toller Sänger und seine meowischen Liedchen erfreuen unser Gemüt bei jeder Fütterung. Da kann man mit ihm definitiv über die wichtigen Katzenthemen des Lebens philosophieren. Er antwortet garantiert. Wir wünschen uns für unseren wundervollen Willi geduldige Dosis, die ihm Zeit und Geduld geben, so dass der schöne Miezekater auch Vertrauen aufbauen kann.

Kontakt:

Tierschutz Halle e.V.
0345 20 24 101
agl@tierschutz-halle.de

Selbstauskunft ausfüllen

Geschlecht:

Geboren:

Rasse:

Sonstiges:

01/2010

männl. kastriert

EKH

FIV-positiv