Luc & Selma

Die komplette Geschichte dieser zwei Fellnasen würde wahrscheinlich den Rahmen sprengen.

2021 fanden Luc und Selma ihr Zuhause. Beide Katzen lernten sich erst im Katzenzimmer kennen und verstanden sich super miteinander, es war ein bisschen wie Liebe auf den ersten Blick. Unsere einäugige Schildplatt-Dame und der junge Kater mit seinem Oberschenkelhalsbruch hatten beide ein gesundheitliches Schicksal zu tragen, was sie beide aber tapfer bewältigt haben. Beide Katzen zogen also damals als gesunde Katzen in ihr neues Für-immer-Zuhause, zumindest war es so geplant. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit unserer Selma. Vier Jahre später, im Oktober 2025 erlitt sie schwere epileptische Anfälle. Die damaligen Besitzer fuhren sofort in die Klinik. Sie wurde stationär aufgenommen und nach unzähligen teuren Untersuchungen erfolgte die Diagnose „limbische Enzephalitis“. Die limbische Enzephalitis ist eine seltene immunvermittelte Entzündung des Gehirns, die vor allem das limbische System befällt. Sie führt zu schweren neurologischen Ausfallerscheinungen, Verwirrtheit und epileptischen Anfällen. Die Ursachen sind oft fehlgeleitete Antikörper, die das Nervengewebe angreifen. Es folgte die Einstellung mit Medikamenten, um die Anfälle zu lindern bzw. zu stoppen unter der gleichzeitigen hohen Gabe eines Cortisons, was das Immunsystem unterdrückt und entzündungshemmend wirkt. Leider benötigte unsere Selma zwei Anfalls-Medikamente, wovon bei einem die Gabe streng aller acht Stunden erfolgen musste. Die damaligen Besitzer konnten aus verschiedenen Gründen diese Medikamentengabe nicht gewährleisten und so kam es, dass Selma mit ihrem Luc Anfang November 2025 wieder bei uns einzog. Wir wollten die beiden Fellnasen damals nicht trennen, weil Luc Selma immer liebevoll nach ihren Anfällen übers Köpfchen schleckte und „für sie da war“.

Was dann folgte war für uns ehrenamtliche Helferlein ein Kraftakt über fünf Monate. Medikamente mussten morgens 7Uhr, dann 15Uhr und eben abends 23Uhr gegeben werden. Es gab also neben unseren eigentlichen Schichten die 23Uhr-Selma -Schicht, und das über fünf Monate. Es war aber auch in anderer Hinsicht ein schwerer Weg, bei dem wir mit unserer tapferen Selma so sehr kämpfen mussten. Die Einstellung des einen Anfall-Medikamentes war schwieriger als gedacht. Es folgten immer wieder Blut-Kontroll-Untersuchungen, die uns Aufschluss darüber geben sollten, wie die richtige Dosierung sein sollte. Im Dezember 2025 mussten wir dann noch einmal um Selma bangen. Sie zeigte Apathie, neurologische Auffälligkeiten, aber keine Anfälle. Sie wurde über Weihnachten stationär aufgenommen und nochmal richtig mit den Medikamenten eingestellt. Als wir unsere Fellnase dann aus der Klinik abholten, ging es gesundheitlich endlich bergauf. Sie stabilisierte sich und wir konnten dann Mitte März 2026 endlich unsere „23Uhr-Schicht“ einstellen und das erste Anfall-Medikament absetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt war unsere Selma von ihrem Luc getrennt, über vier Monate. Aufgrund ihres schwankenden gesundheitlichen Zustands war es besser, sie in unserer Quarantäne unter Beobachtung zu haben.

Nach dem Absetzen blieb Selma stabil und so durfte sie dann Anfang April 2026 wieder zu ihrem Luc. Die erste Zusammenkunft war noch etwas holprig, aber nach ein paar Tagen waren die beiden in ihrem Abteil im Katzenzimmer wieder ganz entspannt miteinander. Ende April folgte dann eine wichtige Blut-Untersuchung, die Aufschluss darüber geben sollte, in wieweit die limbische Enzephalitis ausgeheilt ist. Laut der Tierärzte kann dies bis zu einem halben Jahr dauern, wobei man erst bei vollständiger Heilung über das Absetzen oder Minimierung der Medikamente nachdenken kann. Das Ergebnis zeigte, dass noch minimal eine Anti-Körper Belastung vorlag, wir jedoch schon grünes Licht bekamen, dass Cortison zumindest geringfügig zu reduzieren. Selma ist seit dem November 2025 anfallsfrei. Sie hat die Erkrankung bis dato so unglaublich toll gemeistert. Sie durfte irgendwann mit Luc ins große Katzenzimmer ziehen.

Auch wenn beide Fellnasen dort aktuell weniger miteinander in Kontakt treten, möchten wir beide gern zusammen ausziehen lassen. Selma möchten wir aufgrund ihrer Erkrankung zunächst nur als Pflegestelle ausziehen lassen und ihren Kumpel Luc eben zu ihr dazu vermitteln. Als Pflegestelle bedeutet, dass wir als Verein die Kosten für Medikamente und medizinische Untersuchungen tragen. Außerdem ist es uns bei Selma wichtig, dass wir in engem Austausch mit der Pflegestelle stehen. In ihrem neuen Zuhause sollte auf jeden Fall ein gesicherter Balkon vorhanden sein. Da Selma und Luc eher ruhige Miezis sind, wäre auch ein eher ruhiger Haushalt von Vorteil.

Kontakt: Tierschutz Halle e.V. 0345 20 24 101 agl@tierschutz-halle.de

Geschlecht: Geboren: Rasse: Sonstiges:

männl. & weibl., kastriert