Miss Sophie

Miss Sophie kam im Februar 2026 gemeinsam mit Simon zu uns. Sie teilte das gleiche Schicksal wie er. Sie hatte kein Zuhause und bekam dort, wo sie war, ab und zu Futter hingestellt. Danach musste sie sofort wieder weg, weil die dort lebende Hunde sie sonst gejagt hätten. Dazu kam, dass man damals davon ausging, dass Miss Sophie trächtig ist.

Der Verdacht bestätigte sich nicht, aber dafür kamen andere schwere gesundheitliche Baustellen. Seit ihrer Aufnahme hatte Miss Sophie große Schwierigkeiten mit ihrer Atmung. Sie „fiepte“ bei jedem Atemzug und bekam nur schwer Luft. Anfangs lag der Verdacht auf einer Infektion und einem sehr entzündlichen Prozess in Nasen-Hals-Rachenbereich. Sie bekam Medikamente. Es stellte sich leider nur eine minimale Verbesserung ein. Bei einem CT wurde dann eine mögliche Umfangsvermehrung in ihrem Hals entdeckt. Die Angst, dass es ein Tumor sein könnte, war groß. Es bestanden natürlich auch andere Optionen wie zum Beispiel ein Polyp. Wir mussten unsere kleine silberfarbene Kuschelmaus also stationär in die Uniklinik bringen. Eine Endoskopie gab dann die Diagnose. Sie hatte eine extreme Verengung des Nasen-Rachen-Ganges. Der Durchgang war gerade mal ein Viertel so groß wie bei einer gesunden Katze. Der ganze Schleim konnte nicht abfließen und erschwerte ihr somit extrem die Atmung. Es war dann so schlimm, dass wir Angst hatten, dass sie erstickt. Sie wurde an diesem Tag sofort operiert und bekam für vier Wochen einen Stent eingesetzt, der den Nasen-Rachen-Gang dauerhaft weiten sollte. Der Stent war recht groß und unsere kleine tapfere Miss Sophie hatte unglaubliche Schwierigkeiten, den Fremdkörper in ihrem Hals zu akzeptieren. Es folgten Tage ohne Fressen, weil sie bei jedem Schlucken den Stent spürte. Wir inhalierten jeden Tag mit ihr, gaben ihr die Lieblingsschleckis und führten wirklich eine 1:1 Betreuung durch. Wir zählten die Tage, bis der Stent endlich wieder entfernt werden konnte. Zwischendurch suchten wir immer wieder die Klinik auf, weil unsicher über ihren Zustand waren.

Unsere Miss Sophie hielt tapfer durch und nach vier Wochen konnte der Stent erfolgreich entfernt werden und sie hatte tatsächlich einen normalen Nasen-Rachen-gang ohne weitere Verengung. Schon innerhalb eines Tages nach ihrer Operation fraß sie, schnurrte und konnte vollkommen beschwerdefrei atmen.

Sie durfte ins große Katzenzimmer ziehen und bekam noch einige Zeit Medikamente zur Nachsorge. Nun ist sie beschwerde- und medikamentenfrei.

Im Zimmer zeigt sie gegenüber den anderen Katzen ihren starken Charakter. Sie kommt zwar gut mit den Fellnasen klar, mag es aber nicht, wenn ihr jemand zu sehr auf die Pelle rückt. Sie erhebt dann gern mal die Pfote und zeigt ihre Grenze. Das macht sie aber ausschließlich gegenüber anderen Katzen, nie gegenüber ihren Dosenöffnern. Denn da ist sie Schmusekatze durch und durch.

Für Miss Sophie wünschen wir uns ein Zuhause, in der sie als Zweitkatze zu einem vielleicht ruhigeren Kater oder einer eher zurückhaltenden Katze ziehen kann. Zumindest sollte die vorhandene Miez nicht allzu sehr Kontakt wünschen. Eine friedliche Koexistenz ist auf jeden Fall möglich. Außerdem sollte es im neuen Zuhause auch ein gesicherter Balkon geben, da Miss Sophie sich auch bei uns gern im Außengehege aufhält.

Kontakt:

Tierschutz Halle e.V.
0345 20 24 101
agl@tierschutz-halle.de

Geschlecht:

Geboren:

Rasse:

Sonstiges:

weiblich, kastriert

01/2023

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