Tilia

Die kleine Tilia hatte es in ihrem bisherigen kurzen Leben nicht leicht: Anfang des Jahres wurde das Mäuschen mutterseelenalleine gefunden, als sie bewegungslos vor Angst im Gemeinschaftsgarten eines Wohngebiets saß. Es ist anzunehmen, dass die junge Meerschweinchndame ausgesetzt wurde.
Ihre Finderin wandte sich an uns und wir konnten dem kleinen Wesen einen warmen Platz in unseren vier Wänden anbieten.
Tilia zeigte sich anfangs zwischen den Extremen wandelnd: entweder bewegte sich der kleine Fellball überhaupt nicht, oder sprintete urplötzlich in Hochgeschwindigkeit und mit fliegenden Spänen in Richtung sicherem Unterschlupf.
Zwischenzeitlich lebte sie bei uns in einer unglaublichen Gruppenkonstellation: 5 Kastraten und Madame Tilia als eine Art umgekehrte Haremsgruppe. Wir wissen nicht wie diese Zusammenstellung an Geschlechtern, die sich lediglich durch Vermittlung ehemaliger weiblicher Gruppenmitglieder ergeben hat, ein stabiles Gruppenleben ermöglichen konnte, aber sie tat es – über Monate hinweg. Tilia hatte allen Respekt ihrer männlichen Mitbewohner gewonnen und kann sich stolz als Gruppenchefin bezeichnen, denn die zarte Dame war der Boss unter den Jungs.
Wenn es nach Tilia gegangen wäre, würde die Gruppe auch heute noch in ihrer Einzigartigkeit bestand haben – aber unser kleines Stinktierchen Retro hatte Spaß daran, die Gruppenharmonie zu untergraben und musste den männlichen Gruppengenossen unbedingt zeigen, dass er der Chef sein möchte. Da der junge Mann so sehr viel Unruhe in die große „umgekehrte Haremsgruppe“ gebracht hat, entschlossen wir uns, ihn gemeinsam mit Tilia herauszunehmen und die Gruppenkonstellation umzuwerfen.
So leben die beiden Schweinchen mit dem großen Selbstvertrauen nun gemeinsam als Pärchen und ergänzen sich 1A!
Es wird gepopcornt, gebrommselt, nach Futter gebettelt, und das nicht wenig. Die beiden bieten menschlichen BeobachterInnen regelmäßig die komplette Bandbreite an Meerschweinchenverhalten, und es ist einfach herrlich dem zuzusehen.

Menschen gegenüber haben die beiden die gleiche Einstellung, die in etwa lautet: „muss nicht sein!“ Zu einem schnellen Gesundheitscheck bekommt man sie trotzdem überredet, hier liegt die Betonung aber wirklich auf „schnell“, denn das Pärchen hat es immer sehr eilig, wieder im Gehege zu sitzen. Kurzum: zum Beobachten sind die beiden ein Traum, an direktem Kontakt mit Menschen kann gerne mit Ruhe und Geduld gearbeitet werden – es gilt aber zu Bedenken: der Kontakt mit dem Menschen sollte ihnen nciht aufgezwungen, sondern wenn, dann auf freiwilliger Basis erlangt werden.

Die kleine Maus ist einfach einzigartig selbstbewusst und wurde selbst von unserer Tierärztin schon liebevoll als „kleine Irre“ bezeichnet. Das macht unsere Tilia aber nur umso liebenswerter und einzigartiger.
Apropos Tierarzt – gesundheitlich steht die „kleine Irre“ top da und hat keine Wehwehchen zu beklagen.


Für Tilia suchen wir entweder ein gemeinsames Plätzchen mit ihrem charakterlichen Klon Retro – oder einen Platz in einer Haremsgruppe, der noch eine selbstbewusste Dame fehlt.

 

Kontakt:

Tierschutz Halle e.V.
0345 20 24 101
agl@tierschutz-halle.de

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weiblich

01/2020

Rosette