Winston & Churchill

Dürfen wir vorstellen? Das ist Winston Churchill. Also eigentlich sind es Winston und Churchill, unser Super-Fiv-Duo, bereit für die Präsidentschaftswahl. Winston kam Ende Februar zu uns in den Verein und war gesundheitlich in einem sehr schlechten Zustand. Abgebrochene Zähne, entzündetes Mäulchen, Milben und noch ein paar Wehwehchen. Es folgten lange medikamentöse Behandlungen, bevor wir überhaupt an eine Kastration denken konnten. Denn eigentlich sollte Sir Winston nur kastriert werden und wieder zurück auf die Straße. Aufgrund seines nicht sehr präsidentschaftlichen Zustandes entschieden wir uns, ihn aufnehmen. Es folgten also unsere üblichen Gesundheitschecks, Tests und eines der Ergebnisse hieß: FIV-positiv.

FIV – Felines Immundefizienz Virus, bekannt auch als “Katzenaids“ klingt im ersten Moment sicherlich abschreckend. Aber FIV ist kein Todesurteil. Irrtümlicherweise glauben viele Menschen, dass infizierte Tiere ihr Leben lang schwer krank sind oder sogar eingeschläfert werden müssen. Das ist nicht der Fall. Bei guter Haltung und Beachtung einiger Extrawürste leben die Miezen oft ein langes und glückliches Leben, ohne Krankheitsausbruch oder größere Symptomatiken.

Grundsätzlich verursacht die Erkrankung eine Immunschwäche, die Begleiterscheinungen wie vermehrten Milben-Befall, raue Pfötchen, Wunden oder auch entzündliches Geschehen mit sich bringen kann. Heilungsprozesse dauern bei unseren „Fivis“ deutlich länger und sie sind im Allgemeinen anfälliger für Infektionen. Allerdings sind diese Symptome gut behandelbar, auch wenn FIV selbst nicht heilbar ist und es keine Impfung gegen das Virus gibt.
Wenn man die Fellnasen mit naturbasierten Immunstärkern und hochwertigem Futter mit hohem Fleischanteil unterstützt, kann man den Ausbruch der Krankheit weitestgehend hinauszögern oder sogar ganz verhindern. Das Futter sollte dafür vollständig deklariert sein und getreide- sowie zuckerfrei sein. Außerdem empfiehlt es sich, eine ruhige Umgebung und viele Rückzugsorte im Katzenreich zu schaffen, da die Symptome des Virus auch das „Nervenkostüm“ des Stubentigers belasten können.

FIV ist nicht auf den Menschen übertragbar, jedoch auf andere Katzen. Dafür muss allerdings der Speichel einer infizierten Katze in den Organismus der anderen Katze eindringen, zum Beispiel bei Bissverletzungen. In seltenen Fällen kommt es auch beim Geschlechtsakt zu einer Übertragung. Das Virus überträgt sich nicht über gemeinsame Wasser- oder Futternäpfe, Katzentoiletten oder gegenseitiges Putzen. Um maximale Sicherheit zu gewähren, ist es grundsätzlich aber ratsam, die „Fivis“ unter sich und sie nicht mehr in den Freigang zu lassen. Ebenso sollte ein FIV-Test sollte immer wiederholt werden und auf sichere Diagnostik wie den Western-Blot-Test zurückgegriffen werden.

Aber jetzt zurück zu unserer äußerst repräsentativen Doppelkandidatur. Sir Winston war anfänglich sehr zurückhaltend und konnte sich aufgrund seiner Schmerzen nicht so ganz auf uns einlassen. Trotzdem ließ er ohne Dramen die täglichen Behandlungen über sich ergehen und je schmerzfreier er wurde, umso mehr blühte der pausbäckige Rote auf. Das Blatt wendete sich und der 6-8 Jahre alte Kater stürzte sich von nun an voll und ganz in den Wahlkampf um die meisten Stimmen Streicheleinheiten. Der unglaublich liebenswerte Winston sehnt sich bis heute regelrecht nach Zuwendung und lässt sich auch von den weiterhin notwendigen Extra-Spülungen für seine Öhrchen nicht aus der Ruhe bringen.

Der Staatsmann hatte das Glück, dass sein Kumpel Churchill nur zwei Monate später zu uns kam. Unsere Ehrenamtlichen nahmen das Schicksal in die Hand und verbanden die zwei schon mal namentlich, als Churchill ebenfalls positiv auf FIV getestet wurde und wir beschlossen, eine Vergesellschaftung der beiden zu wagen. Und siehe da, Winston Churchill passt perfekt. Die beiden verstanden sich auf Anhieb, obwohl Churchill sich charakterlich sehr von Winston unterscheidet. Ein bisschen wild, ein bisschen aufgedreht und irgendwie immer in Aktion. Er fordert seine Aufmerksamkeit etwas nachdrücklicher als sein ruhiger Mitstreiter ein und manchmal „gehen die Pferde mit ihm durch“. Dann ist er nicht zu bremsen und vergisst auch mal, dass das jetzt der Menschenfinger war und nicht das Leckerli. Da das aber recht zaghaft von Statten geht und keine Gefahr darstellt, werden wir ihn nicht aus seinem Amt entheben. Der schöne 4-5 Jahre alte Kater braucht einfach nur mehr Platz, damit er sich austoben kann. Die Katzenquarantäne ist eben nicht das weitläufige Weiße Haus und das ist manchmal im Verhalten von Churchill zu spüren.

Ein gemeinsamer Wahlsieg wäre also ein absoluter Traum und vielleicht, vielleicht wird der ja sogar wahr…Wir stehen euch natürlich mit kompetenter Beratung bezüglich der FIV-Krankheit zur Seite und unterstützen euch. Bei Interesse könnt ihr auf unserer Homepage einfach eine Selbstauskunft ausfüllen und ehrenamtlicher Mitarbeiter wird sich dann bei euch melden.

Kontakt:

Tierschutz Halle e.V.
0345 20 24 101
agl@tierschutz-halle.de

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männlich, kastriert

01/2013 (Winston)

02/2015 (Churchill)