Auch wir möchten uns den lokalen Partnervereinen anschließen und Stellung zur Streichung der Gelder für Kastrationen im Jahr 2020 durch die Stadt Halle beziehen.

Die Meldung, die uns am 11.06.2020 vom Veterinäramt erreichte, löste Fassungslosigkeit in unseren Reihen aus. Die bisherige Leistung im Haushaltsplan der Stadt, der jährlich 10.000 € für die Kastration herrenloser Katzen vorsah, wurde „aufgrund der bestehenden Haushaltssituation, nicht zuletzt aufgrund der Covid-19-Pandemie“ in diesem Jahr gestrichen. Dieser Betrag kommt nicht nur uns zugute, sondern wird zwischen den drei betreuenden Vereinen aufgeteilt, die sich nun der Grundlage für eine ihre wichtigsten Aufgaben, wenn nicht sogar der wichtigsten Aufgabe entzogen sehen.

Das Geld für Kastrationen fehlt also, das Elend der Straßenkatzen bleibt. In der Tat gibt es immer mehr unkastrierte Katzen und Kater in Halle und Umgebung, die ums Überleben kämpfen, oft krank sind und sich unkontrolliert weiter vermehren. Im Jahr 2019 sprachen wir von einer „Kittenflut“ von 60 Katzenkindern allein in unserem Verein, im Jahr 2020 sind es Stand heute schon wieder 25 kleine Katzen.

Mit unserem Anteil der bisherigen Hilfeleistung, also circa 3300 Euro konnten durch uns durchschnittlich zwischen 25 und 30 Katzen kastriert werden. Multipliziert man diese Zahl auf die drei kastrierenden Vereine, steht man bei 75 bis 90 Katzen. Jeder, der das Schaubild des Wachstums einer wilden Katzenpopulation kennt, weiß, welche Ausmaße die unkontrollierte Vermehrung annehmen wird. Wir sprechen hier von durchschnittlich 3 überlebenden Kitten pro Paar, angenommen die Geschlechter der 90 besagten Elterntiere sind gleich verteilt, entstehen allein dieses Jahr 135 Nachzügler, die wiederum Nachwuchs zeugen, meist schon im nächsten halben bis dreiviertel Jahr. Erschwerend hinzu kommt, dass jede Mutterkatze, die gerade geworfen hat, sofort wieder gedeckt werden kann und somit 3-4 Würfe im Jahr denkbar sind. Bei solchen Zahlen rauchen uns die Köpfe🤯

Jede Kastration verhindert Elend. Das steht fest. Nur die Zukunft ist ungewiss. Das Wegbleiben der Gelder hat nicht nur Einfluss auf dieses Jahr, sondern auch auf die Situation in den Folgejahren, die nachhaltig durch diesjährig entstehende Straßenkatzenpopulation völlig aus den Fugen geraten wird. Durch den Entzug dieser wichtigen Grundlage unserer Arbeit, können wir schlichtweg weniger Tiere kastrieren. Der Anteil, den wir versuchen, selbst zu stemmen, belastet unser Vereinskonto sehr.

Wenn ihr uns bei dieser so immens wichtigen Aufgabe unterstützen wollt, habt ihr die Möglichkeit, uns eine Spende unter dem Verwendungszweck „Straßenkatzenkastration“ zu überweisen: tierschutz-halle.de/spenden-und-helfen/spenden/

Weiterführende Information zum Thema Straßenkatzen findet ihr außerdem beim deutschen Tierschutzbund: www.tierschutzbund.de

Bild: Deutscher Tierschutzbund