Nicht nur uns Menschen fehlt das öffentliche Leben in Zeiten der Corona-Krise, auch unsere Stadttauben leiden sehr unter den fehlenden Menschen in der Hallenser Innenstadt. Wo sonst Krümel und anderer Müll als Nahrungsquelle dienen, ist es aktuell wie ausgefegt. Und das hat drastische Folgen – unsere Tauben verhungern qualvoll. Nach Tagen ohne Futter fehlt den Tieren die Kraft, sie ziehen sich zurück und sterben langsam, leise und elend vor sich hin.

Sicher ist es dem einen oder anderen Bewohner nur recht, wenn die Population dieser Vögel zurückgeht, da sie sich ohnehin von ihnen gestört fühlen. Selbst wir als Tierschützer sind für eine Reduzierung der Taubenpopulation – Aber NICHT durch den Hungertod! Statt die Tiere qualvoll verhungern zu lassen, fordern wir schon seit Jahren von der Stadt Halle (Saale) die Unterstützung bei der Errichtung und Betreuung von Taubenschlägen – ohne nennenswertes Ergebnis. In den Schlägen könnten u. a. die Eier ausgetauscht und damit die Fortpflanzung ausgebremst werden. Es wäre eine tierschutzgerechte Lösung zur Verringerung der Taubenpopulation in Halle, die sowohl den Tieren hilft als auch den Wünschen der Bürger nach weniger „Belästigung“ durch Stadttauben nachkommt.

Um die Tauben in der derzeitigen Krise nicht verhungern zu lassen, fordern wir in einem Brief an den OB von der Stadt Halle (Saale) die Erlaubnis, die Tiere an ausgewählten Orten kontrolliert füttern zu dürfen und somit ein weiteres, qualvolles Verhungern der Stadttauben zu verhindern. Stadttauben sind sehr standorttreu und weichen nur bedingt auf andere Orte zur Futtersuche aus. Und selbst wenn sie das aus der Not heraus tun, am Hauptbahnhof werden sie aktuell genau so wenig Nahrung finden wie am Hallmarkt oder anderswo.

Wir alle – ob Taubenfreund oder nicht – haben das gleiche Ziel, die Taubenpopulation in Halle zu reduzieren. Wir als Verein setzen dabei aber auf eine tierschutzgerechte Lösung mittels Taubenschlägen und nicht auf das Ausnutzen von Krisenzeiten als Ersatz von bisher längst überfälligen Maßnahmen in unserer Stadt. Durch das kontrollierte Füttern der Tiere können wir unseren Stadttauben helfen und sie vor dem Hungertod bewahren. Bitte unterstützt uns im Einsatz für die Tiere und unterschreibt diese Petition.

https://www.change.org/p/oberbürgermeister-bernd-wiegand-taubenfütterungsverbot-jetzt-aufheben