Ernährung


"Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten,

wäre jeder Vegetarier"

- Paul McCartney -

 

 

Was hat Ernährung eigentlich mit Tierschutz zu tun?

von Thomas (Vegan in Halle)

Für die meisten Menschen ist es mittlerweile selbstverständlich, dass man seine geliebten Haustiere gut behandelt, sie füttert, sie beschäftigt und sie von ganzem Herzen liebt - klar, denn schließlich sind sie unsere besten Freunde.

Aber wie kann es sein, dass wir Hunde, Katzen und Co. so abgöttisch lieben und gleichzeitig Schweine, Kühe und Hühner behandeln wie Gegenstände - sie einsperren, leiden lassen, ihnen ihren Nachwuchs wegnehmen und weit vor dem Ende ihrer eigentlichen Lebenszeit schlachten?

Das System dahinter nennt sich "Speziezismus". Genau wie beim Rassismus werden hier einige Spezies höher gestellt als andere - ohne sinnvollen Grund. Denn warum ist ein Schwein schlechter als ein Hund oder eine Kuh weniger Wert als eine Katze? Unter dem Deckmantel, dass wir "Tierprodukte" zum Leben brauchen, verkauft uns die Tierindustrie Tierquälerei zu Tiefstpreisen.

Während wir für unsere Haustiere hunderte oder gar tausende Euro für Futter, Impfungen, Friseurbesuche, Spielzeug und weiteres ausgeben, ist das Leben eines Masthähnchens etwa 8 Euro wert! Darin stecken Futter, Unterbringung, "medizinische Versorgung", Personalkosten und weiteres. Dass das kein gutes Leben für so ein Tier sein kann, kann sich jeder selbst ausmalen.

Die Linie zwischen sogenannten Nutz- und Haustieren ist willkürlich gezogen. In verschiedenen Kulturen gelten andere Abgrenzungen. Jeder hat schon davon gehört, dass man in manchen Teilen der Welt Hunde und Katzen verspeist und jeder hat sich schon mal darüber aufgeregt. Warum aber? Sie werden doch genau für diesen Zweck gezüchtet - so wie bei uns Schweine. Wenn man also Tiere isst, dann doch bitte alle.

Aber es gibt natürlich viel bessere Gründe es NICHT zu tun! Denn Tiere sind uns Menschen gar nicht so unähnlich. Sie empfinden Schmerz und Angst, aber auch Freude und können Spaß haben. Sie trauern um ihre Familien und Artgenossen, manchmal sogar um uns Menschen, wenn wir ihnen einen guten Grund dazu geben. Sie sind unterschiedlich intelligent und haben einen eigenen Charakter - genau wie wir Menschen. Wer sich davon überzeugen möchte, dass auch "Nutztiere" lebensfrohe Geschöpfe sind, dem kann man nur die Videos auf dieser Internetseite eines Lebenshofes empfehlen: https://www.edgarsmission.org.au/category/videos/.

Warum essen wir dann überhaupt Tierprodukte und nehmen das Leid, das Elend und den Tod von unseren Mitgeschöpfen in Kauf? Tradition wäre hier ein Wort, das vieles erklärt. Wenn Menschen etwas eigentlich unschönes rechtfertigen wollen, berufen sie sich gern darauf, dass es "normal, notwendig und natürlich" sei. Und tatsächlich ist der Konsum von Tierprodukten in unserer Gesellschaft normal. Bis in die 60er Jahre war es auch normal, dass eine Frau ihren Mann um Erlaubnis fragen musste, wenn sie einen Job ausüben wollte. Und vor auch nicht allzu langer Zeit war es normal, menschliche Sklaven zu halten. Und warum? Weil die Sklavenhalter am längeren Hebel saßen. Und auch heute haben wir die Macht, Tiere auszubeuten, denn sie können sich in den seltensten Fällen wehren.

Viele heutzutage als ungerecht angesehene Dinge waren mal "normal" - bis die Menschen sich davon überzeugen ließen, dass sie überflüssig sind. Auch ein Leben ohne Tierprodukte und die damit einhergehende Ausbeutung der Tiere wird eine gewisse Eingewöhnungszeit und eine Umstellung für einzelne Menschen, aber auch für die Wirtschaft und die Gesellschaft benötigen. Aber ehrlich? Was kann man dadurch verlieren und wie viel kann man dadurch gewinnen?

Tierschutz im weiteren Sinne heißt, nicht nur auf seine Haustiere gut acht zu geben, sondern auch auf den Konsum von Tierprodukten zu verzichten.

Der erste Schritt ist immer der schwerste und wer Unterstützung und Anregung für eine Umstellung braucht, kann sich gern hier weiter informieren oder auch Antworten zu Fragen bekommen:

www.vegan-in-halle.de

www.vegane-lebensweise.de

www.albert-schweitzer-stiftung.de